Literatur

Fachbücher rund um Tinnitus, Schwindel und Schwerhörigkeit (M. Menière)

Innenohrschwerhörigkeit

Hesse G
 Auflage 1, Thieme Verlag, 2015 

Tinnitus

G. Hesse
2. überarbeitete Auflage, Thieme Verlag, 2015 

Manual der Hörtherapie. Schwerhörigkeit, Tinnitus und Hyperakusis.

Gerhard Hesse, Helmut Schaaf
Thieme, Stuttgart, New York 2012, 128 Seiten, gebunden, 99,99 Euro

Die gleichen Mechanismen, die aus einer Tinnitus-Wahrnehmung ein Tinnitus-Leiden, aus gutem Hören eine Hyperakusis und aus einer Schwerhörigkeit eine Behinderung entstehen lassen, sind auch für eine erfolgreiche Therapie zu nutzen. Auf diesem Grundsatz aufbauend hat das Team der Arolser Tinnitus-Klinik in den letzten 20 Jahren das in diesem Buch vorgestellte Therapieprogramm entwickelt. Den Patienten wird in den Übungsstunden gezeigt, dass trotz der Schwerhörigkeit, trotz des Ohrgeräusches und und trotz der Hyperakusis positive Hörwahrnehmung, Kommunikation und Verständigung möglich sind. Der Behandlungsansatz lässt sich von HNO-Ärzten, in speziellen Kliniken und psychotherapeutischen Praxen, aber auch bei der Anpassung von Hörgeräten nutzen.

Neben der detaillierten Beschreibung des 29-stündigen Therapieprogramms behandelt das Manual auch folgende Themen: Hörverarbeitung bei Gesunden, Pathophysiologie von Hörstörungen, Diagnostik, Grundlagen und Ziele einer Hörtherapie, Behandlungsmodelle.

Auf der beigefügten CD-Rom finden sich Audiodateien mit Geräuschen und Hörbeispielen, Vorträge und Musterübungsstunden als Podcasts.

Gleichgewicht und Schwindel

Schaaf, H (2012)
Kröning, Asanger Verlag, über 100 Abb.; S. 161; 19,80 Eur,
erhältlich über die gute alte Buchhandlung oder den Asanger Verlag:
www.asanger.de

Rezesion von: 
PD L. Walther im TF 3 2012 

Ch. Eichenberg im Deutschen Ärzteblatt

Das Gleich-Gewicht zu halten, kann ein schwieriges Unterfangen sein. So ist Schwindel - nach dem Kopfschmerz - das zweithäufigste Leitsymptom in Allgemeinarztpraxen. Dabei können nicht nur der Körper und seine Organe, vor allem das Gleichgewichtsorgan, durcheinanderkommen. Oft zieht der Schwindel auch das, was Menschen von Maschinen unterscheidet, die emotionale Sicherheit, mit sich. So Manchem, der mit einem einfachen „Ausfall" zu Boden gegangen ist, fällt es schwer, zwischen Ungeduld und Verzweiflung wieder auf die Beine zu kommen.

Psychogene Schwindelformen sind - meist im Rahmen von Angst - und Depressionserkrankungen" - mit 30% bis 50% aller Schwindelerkrankungen häufig. Aber auch diese können sich nur über den Körper zeigen, ohne dass ein organisch ausgerichteter Facharzt etwas in seinem Gebiet zu finden vermag. Oft unverstanden beeinträchtigt der psychogene Schwindel die Patienten dann (noch) "länger" und schwerer als „rein somatisch bedingte" Schwindelerkrankungen.

Was nun dieses Buch von den schon vielen vor ihm (anderen) unterscheidet, ist die Ansprache an Betroffene, die ihre Gleichgewichtsstörung verstehen und vor allem angehen wollen. Dazu werden die Grundlagen „auf deutsch" ausführlich und reichlich bebildert dargestellt. So wird der Bogen gezogen von den Anstrengungen eines Einzellers, der sich nach Aufnahme eines Kalksteinchen nach unten sinkend mit der Schwerkraft beschäftigen musste, bis zu unserem daraus entwickelten menschlichen Gleichgewichtssystem.

Als kleiner Wegweiser findet sich vor den Kapiteln zu den einzelnen Krankheitsbildern ein Tabellarischer Hinweis, der von häufigen Krankheitszeichen zu den möglichen Ursachen hinleitet. Die Beschreibung der Erkrankungen ist so gehalten, das der organischen Ursache und der möglichen Verarbeitung und ihrer Erschwernisse Rechnung getragen wird.

Dadurch erhält man Antworten auf die Fragen,

  • warum bei dem einen ein Gleichgewichtsausfall länger dauert als beim anderen,
  • was die häufigsten Fehler beim Weg zurück ins Gleichgewicht sein können
  • und was man machen kann, um möglich ausgeglichen wieder auf die Beine zu kommen.

So geht der Text mit Körper und Seele Hand in Hand, um aus dem notwendigen Wissen die mögliche Zuversicht für das meist weiter Machbare zu ziehen.

Aus der Erfahrung von 20 Jahren Gleichgewichtsdiagnostik und-therapie dürfen Anregungen zur Gleichgewichtstherapie und den Möglichkeiten der seelischen Unterstützung nicht fehlen. Hier sieht der Autor die Notwendigkeit des gemeinsamen Verständnisses und Vorgehensweise. Es nutzt einem Patienten mit einem reaktiven psychogenen Schwindel wenig, mit meist langen Wartezeiten an einen Psychotherapeuten verwiesen zu werden, der sich bei bestem Bemühen dann vielleicht nicht mit den organischen Grundlagen auskennen kann. So sind - etwa bei der ausführlicher dargestellten „systematischen Desensibilisierung" sowohl die Wünsche an den Therapeuten, aber auch die Anforderungen an den Patienten formuliert.

Dabei merkt man dem Buch an, das hier ein kleiner Verlag, liebevoll aber ohne Industrie oder Pharmaunterstützung - sein Bestes gegeben hat, aber nicht mit dem Hochglanzdruck mithalten kann. Viele Abbildungen sehen nicht nur selbstgemacht aus, sondern sie sind es auch. Auch findet man weniger ausführliche Kapitel zu den explizit neurologischen Erkrankungen (Kleinhirnerkrankungen, Demenz, Schwindel nach Apoplex oder Multiple Sklerose). Sehr wohl aber wird der Migräneschwindel als häufigste Schwindelerkrankung mit Wiederholungscharakter ausführlich auch in seinen reaktiv psychogenen Anteilen beschrieben.

Sieht man von diesen Einschränkungen ab, findet man einen im wahrsten Sinne psychosomatischen, also Körper und Seele angemessen berücksichtigenden Text, der so manche Unklarheit im Schwindel aufklären kann und angetan ist, mit Wissen und Zuversicht die veränderbaren Dinge anzugehen.

Morbus Menière: Schwindel - Hörverlust - Tinnitus.

Eine psychosomatisch orientierte Darstellung
7. akt. Ausgabe. Springer 2012
erhältlich über Amazon

In dem Band erläutert der Autor die typischen Anzeichen des Morbus Menière, er legt dar, was man über die Krankheit wissen sollte und welche Behandlungskonzepte es gibt. Alle Aspekte der Erkrankung? Grundlagen, Auswirkungen und Therapiemöglichkeiten? sind leicht verständlich zusammengefasst, so dass Betroffene und behandelnder Arzt gleichermaßen davon profitieren. Die neu bearbeitete 7. Auflage informiert über aktuelle medizinische Möglichkeiten und Grenzen und weist auf verfeinerte psychosomatische Vorgehensweisen im Umgang mit der Krankheit hin.

Rezension von Dr. R. Zeh | PDF |
 Rezension zur 6. Auflage von Dr. V. Kratzsch | PDF |

Tinnitus- Leiden und Chance, 3. Auflage

Schaaf, H und G. Hesse (2011)
3. aktualisierte und ergänzte Auflage mit einem ausführlichen Exkurs zur Geräuschüberempfindlichkeit/Hyperakusis

Das in verständlichem deutsch geschriebene und schon über viele Jahre bewährte Buch zeigt sich 2011 in einem neuen, farblich lila gehalten Outfit. Inhaltlich unterscheidet sich dieses Buch von anderen weiter vor allem durch die doppelte Ausrichtung hinsichtlich des Tinnitusthemas. So werden zum einen die Grundlagen für die Tinnitusentstehung und auch die die Tinnitusverarbeitung als Voraussetzung für ein mögliches Leiden am Tinnitus beschrieben, ebenso viel Raum nehmen aber auch die Möglichkeiten der Bewältigung ein.

Wichtiger als die manchmal gewöhnungsbedürftige Farbtönung ist die Integration eines bislang in einem Extrabüchlein beschriebenen Sonderkapitels zu den Endolymphschwankungen, die oft fälschlich mit einer (andernorts ausführlicher dargestellten*) Menièreschen Erkrankungen verwechselt werden. Hinzugekommen ist auch ein ausführlicher Teil zur Geräuschüberempfindlichkeit, die bislang ebenfalls in einem Extra Buch dargestellt wurde.

So bietet Buch nun inhaltlich umfassend wie aus einem Guss und verständlich das Wissen zweier Autoren, die seit fast 20 Jahren aus sowohl neurootologischer wie psychosomatischer Sicht zu diesem Thema arbeiten.

Schaaf, H (2009) M. Menière. 6. Aufl. Springer Verlag

Psychotherapie bei Schwindelerkrankungen, 3. Auflage

Schaaf, H. (2011)
Kröningen, Asanger. 178 S. 19,5 €

Auch anhaltender Schwindel weist in aller Regel ein Verbesserungspotential auf. Dieses gilt es auszuloten und die aufrechterhaltenden Faktoren anzugehen.
Im Fokus stehen:

  • die Vermittlung von Wissen um die Erkrankung (durch kundige Therapeuten oder durch patientengerechte Fachwissen),
  • die kognitive Umstrukturierung,
  • die Bearbeitung des Vermeidungsverhaltens und das Vorbereiten der Bewältigung und ggf.
  • die Bearbeitung der meist unbewußten Anteile in der Gestaltung der privaten und beruflichen Interaktionen und Beziehungen.

Dieses Buch - speziell für Therapeuten geschrieben, die mit Schwindelpatienten auf einer sicheren Basis arbeiten wollen, hat nicht nur an Umfang, sondern auch an Tiefe zugenommen. Dabei wurden viele neue Aspekte berücksichtigt und der therapeutische Teil sowohl hinsichtlich verhaltenstherapeutischer wie auch tiefenpsychologischer Aspekte für die Einzelarbeit deutlich erweitert. Speziell für die Arbeit in sogenannten Rehakliniken einen Vorschlag für eine Indikationsgruppe Schwindel unterbreitet.

Tinnitus

Hesse, G.
Thieme Verlag

Das Fachbuch für die HNO Ärzte und Psychotherapeuten aus einem Guß.
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Erbarmen mit den Lehrern

Schaaf, H.
Asanger Verlag 2008. 109 S.

Die, die auszogen, das Lernen zu lehren, mussten oft erfahren, dass sie auch das Fürchten kennen lernen mussten...

Lehrer sollen in einer zunehmend beziehungsverwahrlosten Gesellschaft auch noch Sozialarbeiter, Streetworker, Psychologen, Philosophen, Wertevermittler, lebendige Vorbilder und engagierte Freizeitgestalter sein, um nur einige der ihnen inzwischen angedienten Aufgaben zu nennen.

Daraus resultiert eine Aufgabenstellung, die kaum jemand allein adäquat ausfüllen kann.

Morbus Menière, 6. Auflage

Schaaf, H.
Schwindel - Hörverlust - Tinnitus.
Eine psychosomatisch orientierte Darstellung
Springer 2009. 266 S.
ISBN-10: 3642004261

Morbus Menière -- Wege zur Therapie
Was sollte man über die Krankheit wissen? Welche Behandlungskonzepte gibt es? Die typischen Zeichen des Morbus Menière sind anfallartiger Drehschwindel, Hörverlust, Tinnitus. Auch 140 Jahre nach der Erstbeschreibung sind die Ursachen dieses Leidens unbekannt und es gibt keine zuverlässige bewahrende oder gar heilende Behandlung. Dabei kann das Leiden zu beidseitiger Taubheit, Unsicherheit und Hilflosigkeit bis hin zur Berufsunfähigkeit und einer depressiven Entwicklung führen. Dass und wie trotzdem Hilfe und Unterstützung möglich sind, zeigt diese neu bearbeitete Auflage.

Sie bietet Informationen über:

  • neueste Erkentnisse im Umgang mit der Krankheit
  • aktuelle medizinischen Möglichkeiten und Grenzen
  • verfeinerte psychosomatische Vorgehensweise im Umgang mit der Krankheit.

Grundlagen, Auswirkungen und Therapiemöglichkeiten des Morbus Menière werden so verständlich beschrieben, dass nicht nur der Arzt davon profitiert. Das Buch fasst die konkreten, praxisrelevanten Fragen zusammen und bietet klare Handlungsempfehlungen für Patienten, Angehörige, Arbeitgeber, Versorgungsämter und alle, die mit dieser Erkrankung konfrontiert sind.

Tinnitus - vorbeugen und richtig behandeln

Hesse, G. und Laubert, A.
Compact-Verlag, 2007

Ein umfassendes Ratgeberbuch mit ausführlichen Erklärungsmodellen und vielen praktischen Hilfen und Beispielen. Therapien werden leichtverständlich erklärt und gewürdigt, Hinweise zur Vorbeugung gegeben.

Tinnitus: Leiden und Chance, 2. Auflage

Schaaf, H./ Hesse, G.
München/Wien, Profil-Verlag, 2004, 120 S., 15,00 EUR
ISBN 3-89019-582-2

In einfachen Schritten werden Wege für den Umgang mit dem Tinnitus aufgezeigt.
So wird verdeutlicht,

  • worauf das Leiden am Tinnitus beruhen kann,
  • was getan werden muss,
  • was getan werden darf und
  • wie letztlich aus einem am Tinnitus Leidenden wieder ein lebensfähiger handelnder Mensch mit einem Ohrgeräusch werden darf

Wir empfehlen das Buch für alle, sie es ambulant weiterversuchen wollen oder doch die Hilfe der Tinntius-Klinik Dr. Hesse nutzen wollen.

Psychotherapie bei Schwindelerkrankungen

Schaaf, H.
Asanger Verlag 2006, 19,50 EUR
ISBN 3-89334-457-8

Aus der über 10-jährigen Arbeit des Autors mit Schwindelpatienten in einer psychosomatischen Klinik entstand dieses umfassende Werk über Symptomatik - Ätiologie - Diagnostik - Therapie.

Es gibt gute Gründe, sich als Psychotherapeut/ in mit dem Schwindel , seinen vielfältigen Facetten und Therapiemöglichkeiten zu beschäftigen: So weisen bis zu zwei Drittel aller Schwindelformen zumindest eine relevante psychogene Mitbeteiligung auf. Hier ist der reine Organmediziner - auch in der speziellen „schwindelnden" Beziehungskonstellation - oft überfordert. Wie ihnen geholfen werden kann, wird hier auf sichere Grundlage systematisch dargestellt. Ein unentbehrliches Buch für die medizinisch und psychotherapeutische Arbeit mit Schwindel-Patienten.

Endolymphschwankungen im Ohr (Gehör) und im Gleichgewichtsorgan

Schaaf, H./ Hesse, G.
München/Wien, Profil-Verlag, 2004, 12,80 EUR
ISBN 3- 89019 -570-9

Innerhalb der Tinnitus- und Schwindelerkrankungen existieren mit den Endolymphschwankungen und dem M. Menière zwei Sonderformen, die der besonderen Beachtung bedürfen.
Symptomatisch zeigt sich bei beiden:

  • Ein oft schwankender Hörverlust im Tieftonbereich,
  • ein dazu gehörendes tiefes (tieffrequentes) Brummen
  • sowie oft ein Druckgefühl im Ohr

Beim Morbus Menière, ein - mit 0,1 Promille Häufigkeit - seltenes, aber oft fehldiagnostiziertes Krankheitsbild kommt ein meist attackenweiser innenohrbedingter Schwindel hinzu.

Bei beiden spielt ein Stau der Innenohrflüssigkeit (Endolymphe) eine ganz wichtige Rolle.

In diesem Heft wird versucht, diese beiden besonderen Krankheitsbilder zu beleuchten und dabei sowohl medizinische wie auch psychosomatische Aspekte vorzustellen. Dies soll die Grundlage dafür bilden, dass der jeweils individuelle Verlauf von Betroffenen verstanden und mit den Therapeuten so besprochen werden kann, dass ein bestmöglicher Umgang erzielt werden kann.

Psychotherapie bei Tinnitus

Schaaf, H./Holtmann, H.
Schattauer-Verlag, 2002, 144 S., 26,95 EUR / SFr 54,00
ISBN 3-7945-2155-2

Das Erkrankungsbild "Tinnitus" erzeugt nicht nur bei den Betroffenen selbst, sondern auch bei den Behandelnden oft Ratlosigkeit. Besonders ist davon die Schnittstelle zwischen ärztlichem und psychologischem Behandler betroffen: Während bei den Psychotherapeuten die Befürchtung entstehen kann, dem somatischen Anteil des Tinnitusgeschehens nicht gerecht werden zu können, bleibt den behandelnden Ärzten oft die psychische Dimension der Tinnitus-Ursache verborgen. Als Ausweg aus diesem Dilemma bietet dieses Buch einen breit gefächerten Verständnisansatz des Krankheitsgeschehens. Vor dem Hintergrund der langjährigen Arbeit des Autorenteams mit Tinnitus-Leidenden liegt der Schwerpunkt hierbei auf den psychotherapeutischen Aspekten. Mögliche Krankheitsursachen sowohl im somatischen wie auch im psychologischen Bereich werden aufgeführt. Unterschieden werden weiterhin Maßnahmen der Akuttherapie von den Interventionen in der chronischen Krankheitsphase.

Schwerhörigkeit und Tinnitus, 2. Auflage

Hesse, G./ Schaaf, H.
München/Wien, Profil-Verlag, 2005, 67 S., 12,80 EUR
ISBN 3-89019-59-2

Schwerhörigkeit ist meistens ein deutlicher Bestandteil eines Leidens am Tinnitus und oft auch dessen direkte Ursache. Als Schwierigkeit ist deutlich geworden, dass die Schwerhörigkeit von den Betroffenen oft lange nicht wahrgenommen wird, insbesondere dann, wenn sich die Hörverluste schleichend einstellen. Häufig ist dann erst der Tinnitus das erste Zeichen, das so störend wahrgenommen wird, dass ein Besuch beim HNO-Arzt erfolgt. Erst hier wird die Schwerhörigkeit dann objektiv festgestellt. Bis dahin sind Schwerhörige „Wanderer zwischen zwei Welten". Auf der einen Seite gehören sie nicht zu den Gehörlosen, die zum Teil eine eigene Welt aufgebaut haben, zum anderen gehören sie aber auch nicht mehr zu der Welt der gut Hörenden. Es bleibt die Versuchung, unauffällig unter Hörenden weiterleben zu wollen. Auf Dauer gelingt dies jedoch nicht, sondern führt zu sozialem Rückzug, mangelnder Annahme der eigenen Behinderung, möglicherweise zu Resignation oder unterdrückter Feindseligkeit, Ängstlichkeit und depressiver Reaktion oder auch zu heftig überschießenden Wutausbrüchen und dem Gefühl, die Welt habe sich gegen einen verschworen.

Welche Möglichkeiten bestehen, aus diesem Dilemma herauszufinden, dass zeigt dieses Buch auf.

Wenn Geräusche zur Qual werden

Geräuschempfindlichkeit: Richtig erkennen erfolgreich behandeln - selbst aktiv werden.
Schaaf, H./ Nelting, M.
Stuttgart, TRIAS, 2003, 100 S., 14.95 EUR
ISBN 3-8304-3091-4

Geräuschüberempfindlichkeit hat viele Ursachen und viele Gesichter. Tinnitus und Geräuschüberempfindlichkeit können sich aus der gleichen Schädigung im Hörsystem entwickeln und dann einzeln oder gemeinsam auftreten. Häufig sind hier kleine Schritte und eine dauernde positive Verstärkung und Ermutigung erforderlich, um eine "Abkehr von der Stille" zu trainieren. Das konkrete Training kann durch das Einbeziehen von Umweltgeräuschen oder durch Rauschgeneratoren unterstützt werden. Dabei soll dieses Buch helfen, wieder in die Lage kommen zu können, mit offenen Ohren durchs Leben zu gehen.

Gleichgewicht und Schwindel der Seele, 2. Auflage

Schaaf, H.
München/Wien, Profil-Verlag, 2004, 92 S., 16 z.T. farbige Abb., 15 EUR
ISBN 3-89019-571-7

Das neue Buch des leitenden Oberarztes und Tinnitus- und Schwindel-Spezialisten Dr. H. Schaaf aus der Tinnitus-Klinik Dr. Hesse befasst sich mit dem Thema Gleichgewicht und Schwindel der Seele. In diesem Buch - bestimmt für alle, die mehr über das rätselhafte Schwindelphänomen wissen wollen - wird der Schwerpunkt vor allem auf die psychogene Komponente von Schwindelerkrankungen gelegt. Diese ist zwar oft schwer zu diagnostizieren und erscheint für den Patienten oft auch nicht direkt annehmbar, dennoch erreichen seelische Schwindelformen eine Häufigkeit von 30 bis 50% aller Schwindelerkrankungen. Ersten grundlegenden Informationen über Schwindelerkrankungen schließen sich diagnostische Schritte sowie therapeutische Interventionsmöglichkeiten an.

Dabei bestehen die möglichen Hilfestellungen:

  • aus einer guten medizinischen Aufklärung
  • aus Gleichgewichtsübungen
  • und einer wenn nötigen Stütze für die Seele (Psychotherapie)

Das Buch ist verständlich geschrieben, so dass auch und besonders die Betroffenen und die Angehörigen das Thema für sich erschließen können.

Medikamentöse Behandlung von Tinnitus und Schwerhörigkeit Grenzen und Perspektiven

Tinnitus Klinik Bad Arolsen (Hg.)
München/Wien, Profil-Verlag, 2001, 84 S., 12,80 EUR
ISBN 3-89019-518-0

Bei akutem Auftreten eines Ohrgeräusches wird in Deutschland, wie bei einem Hörsturz, eine medikamentöse Therapie versucht, die im wesentlichen die Durchblutung des Innenohres verbessern soll. Auch wenn für diese Behandlungsweise der exakte wissenschaftliche Nachweis letztlich fehlt, so gehört sie doch in Deutschland zum medizinischen Standard.

Auch bei länger bestehenden, chronischen Ohrgeräuschen werden durchblutungsfördernde Medikamente häufig und über lange Zeiträume verordnet, Ginkgo biloba gehört hier zu den Marktführern. Dabei werden zwar ständig, besonders in der Regenbogenpresse, neue Erfolgsmeldungen veröffentlicht, die angeblich von 80-100%igen Heilerfolgen sprechen. In der Nachbetrachtung erweist sich dies dann doch regelmäßig als Fehlinformation, was in dem Buch kritisch gewertet wird.


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