Behandlung von Hyperakusis
Was ist Hyperakusis und wie kann sie behandelt werden?
Hyperakusis bezeichnet eine übersteigerte Empfindlichkeit gegenüber alltäglichen Geräuschen, bei der normale Umgebungsgeräusche als zu laut oder störend wahrgenommen werden. Häufig tritt Hyperakusis in Verbindung mit Tinnitus auf und kann bei den Betroffenen Ängste auslösen sowie zu sozialem Rückzug führen. Die Ursache liegt oft in einer verringerten Fähigkeit des Hörsystems, Geräusche abzuschwächen oder zu filtern, wodurch selbst alltägliche Geräusche als belastend empfunden werden.
In einer zunehmend lauter werdenden Umwelt nehmen die Beschwerden durch Hyperakusis zu, was das persönliche Wohlbefinden und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen kann. Eine gezielte Hörtherapie, wie sie in spezialisierten Kliniken angeboten wird, kann hier wirksam helfen. Durch Übungen und Trainings wird das Gehör behutsam an normale Geräusche gewöhnt, die Aufmerksamkeit gegenüber störenden Geräusche reduziert und die Toleranz gegenüber Alltagsgeräuschen langfristig gesteigert.
Die Kombination aus diagnostischer Abklärung, akustischer Therapie und psychologischer Begleitung hat sich als besonders erfolgreich erwiesen, um die Symptome der Hyperakusis zu verringern und den Betroffenen ein normales Alltagsleben zu ermöglichen.
Was sollten Patienten über Hyperakusis wissen?
Hyperakusis bezeichnet eine übermäßige Geräuschempfindlichkeit, bei der alltägliche Geräusche als zu laut oder störend wahrgenommen werden. Viele Menschen entwickeln eine erhöhte Empfindlichkeit auch ohne vorherigen Tinnitus, häufig aufgrund der akustischen Überlastung in unserer lauten Umwelt. Diese dauerhafte Reizung aller Sinne kann zu einer Art Übersättigung führen, wodurch Betroffene laute Geräusche von vornherein meiden – teilweise bereits seit der Kindheit. Ursache ist meist eine verminderte Fähigkeit des Hörsystems, störende Geräusche auszublenden, wodurch selbst normale Geräusche als belastend wahrgenommen werden.
Wenn zusätzlich ein Tinnitus auftritt, kann sich daraus die klassische Hyperakusis entwickeln. Betroffene verstehen oft nicht, warum das Ohrgeräusch auftritt, und vermuten, dass ihr Gehör beschädigt wurde. Häufig entsteht die Hyperakusis nach einem Lärmtrauma, zum Beispiel einem sehr lauten Knall oder plötzlicher, als störend empfundener Musik. Menschen, die von Natur aus eher ängstlich sind oder leicht aus der Ruhe gebracht werden, reagieren besonders stark auf akustische Reize. Die Angst verstärkt sich, wenn Tinnitus trotz Behandlung bestehen bleibt. Schon geringfügige Lautstärken führen dann zu einer Verstärkung der Ohrgeräusche, wodurch die Geräuschempfindlichkeit weiter zunimmt.
Ein problematischer Teufelskreis entsteht: Schutzmaßnahmen wie das ständige Vermeiden von Geräuschen oder das Zuziehen der Ohren führen dazu, dass das Hörsystem noch empfindlicher wird. Der Tinnitus wird dabei häufig nur als Gradmesser der Überempfindlichkeit wahrgenommen, während die angstbedingte Reaktion auf Geräusche das eigentliche Problem ist. Hyperakusis führt oft zu sozialem Rückzug, weil Betroffene sich kaum noch trauen, Orte mit potenziell lauten Geräuschen aufzusuchen.
Daher ist in der Behandlung von Hyperakusis die Reduktion der Angst zentral. Psychologische Unterstützung, gezieltes Training der Hörwahrnehmung und eine behutsame Habituation an normale Geräusche helfen, den Teufelskreis von Überempfindlichkeit, Angst und sozialer Isolation zu durchbrechen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Geräuschempfindlichkeit bei Schwerhörigen
Während eine Hyperakusis bei Menschen auftritt, die praktisch komplett normal hören, leiden auch Schwerhörige häufig unter einer Geräuschüberempfindlichkeit. Die entsteht aber dadurch, dass die (defekten) äußeren Haarzellen des Innenohres nicht mehr ausreichend verstärken können (daher die Schwerhörigkeit), aber auch laute Geräusche nicht mehr abschwächen können. Daraus resultiert dann eine Geräuschüberempfindlichkeit, die oft fälschlich als Hyperakusis bezeichnet wird. Hier helfen gerade Hörgeräte, die zumindest teilweise auch laute Geräusche abschwächen und vor allem Verstärkungsmechanismen der Hörbahn herunterregeln.